Auf den Spuren von James Cook
Hat er nun Australien als Erster entdeckt oder nicht? Sicher ist nur, seine erste Südseereise führte ihn im Jahre 1770 an die Ostküste des Südkontinents Terra Australis Incognita, an damals 1000enden von Kilometern Küste entlang mit einsamen Stränden und glasklarem Ozean.
Nachdem James Cook als erster Europäer am 28. April 1770 in der Botany Bay (Sydney) die Ostküste Australiens betreten hatte, machte er sich mit seiner
Besatzung und der Endeavour seinem Schiff, auf, Richtung Norden, wo er kartografische Informationen der Küste sammelte. In der Nacht vom 10. auf den 11. Juni jedoch blieb er plötzlich stecken. Die HMS Endeavour lief im tropischen Cape Tribulation nördlich von Cairns auf das Great Barrier Reef auf, dem grössten Korallenriff der Erde. Was er aber damals natürlich noch nicht wusste! Mit Müh und Not konnte er sein Schiff retten.
Hier war es auch, als er das erste Mal in Kontakt mit diesen hüpfenden Beuteltieren kam. Als er angeblich die Einheimischen auf English fragte, was denn das für ein Tier sei, antwortete darauf ein Aborigines in seiner eingeborenen Sprache “kangoroo” was übersetzt soviel heißt wie: “Ich verstehe sie nicht”.
Als man um 1880 in dieser Gegend, um den Palmer River herum Gold fand, war der Andrang der Digger (Goldsucher) enorm und es entstand schnell eine richtige Stadt mit 30′000 Einwohner und dem Namen Cook’s Town, das später in Cooktown umgenannt wurde.
Soviel zum geschichtlichen Teil.
Cooktown hat heute nur noch etwa 1.800 Einwohner und weitere ca. 4000 im Einzugsgebiet (vor allem auch Aboriginal Communities). Es ist ein Städtchen wie zu Goldgräberzeiten. Schöne nostalgische Gebäude, einen alten Friedhof (sehr lohnenswert anzuschauen!), das Cook Museum (auch sehr lohnenswert) mit dem vor 30 Jahren gefundenen Anker und weitere Details aus seinem Aufenthalt während der Reparaturzeit seines Schiffes und seinem Leben. Das Nature Powerhouse im Botanical Gardens zeigt Bilder von Pflanzen aus der Umgebung und klärt auf. Im Garten selber befinden sich zahllose tropische Pflanzen. Den Lookout (Aussichtspunkt) auf dem höchsten Punkt Cooktowns (Grassy Hill) sollte auch auf keiner Besichtigung fehlen.
Übernachtungsmöglichkeiten gibt es für dieses Städtchen ziemlich viele. Von Backpacker über Bed & Breakfast bis zu Hotels, Motels und Camping/Caravanplätzen.
Restaurants und Cafés gibt es auch mehrere, verhungern muss hier keiner. Sie legen jedoch viel Wert auf korrekte Kleidung. Die Gäste hinter uns stehend mit Flipflops und Hawaiihemd haben sie zum Dinner nicht in ihr Restaurant gelassen.
Klimatisch gesehen liegt Cooktown in den Tropen. Das bedeutet durch die Wintermonate (Juni-September) herrschen angenehme Temperaturen von ca. 25°, die restliche Zeit muss mit 30-33° grechnet werden was einen Aufstieg zum Grassy Hill erschwerlicher macht. Meine Reisepartnerin und ich starteten im Dezember bereits morgens um 6.30am vom Hotel aus, um der Hitze zu entkommen. Der Blick war atemberaubend, aber der ca. 40min Fussmarsch war ziemlich schweisstreibend. Genug Wasser mitführen! Man kann auch mit dem Auto hochfahren, was aber in unseren Augen zu schade war, da es unterwegs einiges zu Endecken gab.
Wer also vor hat nach Cairns zu kommen, sollte unbedingt noch 2 Tage mehr einplanen und einen Ausflug nach Cooktown unternehmen.
Früher war es nur möglich über den Bloomfield Track nach Cooktown zu gelangen und dies nur im 4WD Geländewagen. Seit 2006 gibt es auch eine geteerte Strasse, im Landesinnern. Ich empfehle aber unbedingt den Bloomfieldtrack zu nehmen, da dieser an der Küste entlang über Stock und Stein führt und am Blackmountain Nationalpark vorbei, der vulkanischem Ursprungs ist. Wer noch genauer hinschaut entdeckt vielleicht auch noch ein Cassowary hinter einem Strauch. Die Fahrt dauert ca. 4 Stunden pro Weg und führt auch am Cape Tribulation Nationalpark (wo sich einer der ältesten tropischen Regenwälder der Welt mit dem Reef trifft) und am Daintree River vorbei, mit der angeblich grössten Krokodildichte Australiens.
Man kann ab Cairns organisierte Touren buchen oder selber ein 4WD mieten. Mit einem normalen PW ist es unmöglich, den Bloomfield Track hoch zu fahren und auch nicht erlaubt, man muss die geteerte Strasse inlands nehmen! In der Regenzeit zwischen Dezember und April kann es sein, dass die Strasse für jegliche Fahrzeuge unpassierbar ist.
Bei meiner nächsten und 5. Reise auf diesem faszinierenden Kontinent werde ich bestimmt wieder einen Abstecher nach Cooktown machen, jedoch meinen Rucksack noch für ein paar Tage mehr packen und mit dem 4WD bis zum Cape York hoch, dem nördlichsten Spitz des Australischen Festlandes.
Habe ich Ihre Neugierde für Australien und/oder Cooktown geweckt, dann zögern Sie nicht und schauen Sie auf unserer Homepage www.bigbluetours.com vorbei oder rufen Sie uns für eine Offerte an.
Best regards,
Tanja
Quelle: Bilder aus www.cook.qld.gov.au
